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Warum ist blinde ENTWURMUNG nur selten sinnvoll?

| Hundegesundheit, Rund um den Tierarzt | 24. August 2014

Häufig kommt die Frage in der Sprechstunde: wann muss ich wieder entwurmen? Hier mal die ausführliche Variante! Gibt’s in der Sprechstunde sonst nicht

Früher war es so: 4x im Jahr – das heißt alle 12 Wochen bzw. alle 3 Monate. Aber woher kam diese Angabe?
Beim oben beschriebenen Zeitraum handelt es sich um den Zeitraum, den ein gewöhnlicher Magen-Darm-Wurm benötigt um aus seinem Ei zu schlüpfen, heranzuwachsen und selbstständig infektiöse Eier zu ‚legen‘, die dann ausgeschieden werden – die sogenannte Präpatenz-Zeit. Eine vorbeugende bzw. PROPHYLAKTISCHE Entwurmung gibt es (zum derzeitigen Zeitpunkt) nicht – das bedeutet, dass eine Entwurmung, ’nur‘ den Darm des behandelten Tieres aktuell von Parasiten befreit. Bei den handelsüblichen Präparaten umfasst dies in der Regel sämtliche Haken-, Spul- und Bandwürmer.

Warum aber nicht blind (egal ob Würmer da oder nicht) in regelmäßigen Abständen entwurmen?
Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass sich die Parasiten langsam an bestimmte Wirkstoffe gewöhnt haben. Eine ganz ähnliche Symptomatik ist bei den antiobiotikaresistenten Bakterien ja schon länger bekannt.

Daher empfehlen wir statt einer ‚Wurmkur auf Verdacht‘ eine Kotuntersuchung auf Wurmeier!
Wichtig dabei ist, dass es sich um eine Sammel-Kotprobe handelt, da nicht jeder Parasit pünktlich einmal pro Tag Eier ausscheidet. Die Kotprobe sollte von 3 Tagen sein und jeweils ca. eine walnussgroße Menge umfassen. Denn warum sollte man sein Haustier therapieren wenn es doch garnicht krank ist???

Der finanzielle Aspekt darf aber nicht verschwiegen werden…
Eine Kotuntersuchung auf Endoparasiten kostet nach Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) bereits 9,73€ netto (V1.1.8) im einfachen Satz. Bei positivem Befund kommt nochmal der Preis für das Wurmmittel obendrauf – abhängig vom Gewicht des Patienten. Selbst bei einem negativen Befund wird zumindest die Gebühr für die Kotuntersuchung fällig. Alles in allem jedoch deutlich teurer als eine blinde Entwurmung.

Hinzu kommt, dass wir Tierärzte an einer Leistung (in diesem Falle der Kotuntersuchung) viel ‚mehr‘ verdienen als am Verkauf von Medikamenten. Dafür ist sie deutlich zeitaufwendiger: knappe 20 Minuten fürs Ansetzen der Flotationsuntersuchung und ca. 5 bis 10 weitere Minuten fürs Auswerten, Beurteilen, Eintragen und Besprechen des Befundes mit dem Herrchen oder Frauchen. Aber gerne nochmal: Warum sollte man sein Haustier therapieren wenn es doch garnicht nötig ist???

Auch vorausschauend betrachtet, macht es deutlich mehr Sinn etwas zu behandeln, was auch bewiesenermaßen tatsächlich da ist, oder?

Von natürlichen Entwurmungsversuchen mit Karotten, Knoblauch, Homöopathika, Ölen oder Ähnlichem rate ich schlichtweg ab. Im besten Falle wird es nichts nutzen…

Die Aussage „…ich hab keine Würmer im Häufchen gesehn – deswegen hat er/sie auch keine…“ ist übrigens nicht gerade sicher, da Würmer meist erst bei extremer Überbesiedlung ausgeschieden werden und die infektiösen Wurmeier unmöglich mit bloßen Augen zu erkennen sind. Dann doch lieber mit dem Mikroskop…

Die oben beschriebene Thematik bezieht sich auf ’normale‘ Magen-Darm-Parasiten und NICHT auf Herzwürmer, Lungenwürmer u.ä. Spezialfälle.

Bei noch offenen Fragen steht euch euer Haustierarzt mit Rat und Tat zur Verfügung.

Quelle: Tierarzt Sebastian Goßmann- Jonigkeit (Autor dieser paar Zeilen)

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Eine Antwort zu “Warum ist blinde ENTWURMUNG nur selten sinnvoll?”

  1. Thomas Tursas auf 24. August 2014 @ 12:03

    MMS mehr braucht HUND nicht alle negativen Bakterien werden definitiv ausgeschieden. Den Pharma quatsch braucht dafür mit Sicherheit nicht. Das ist eher Allergi auslösend und krankheits fördernd. Wer also in Zukunft min 2mal im Jahr zum Tierarzt möchte sollte die Pharma Produkte weiterhin kaufen.

    Ps. Chlorella zur Endgiftung bei schnupperrein und an Tagen an denen man sicher ist hat er was vom Boden ( giftköder ) gefressen oder nicht. Ruhig bleiben und Chlorella gemacht aus der Süßwasser Alge.

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